Aufklärung an Heisenberg-Schule

Sucht-Gefahren: Shisha ist bei Jugendlichen besonders in

Wie ist es, süchtig zu sein? Was macht das mit einem Menschen? Inwiefern sind Jugendliche heutzutage den süchtig-machenden Verlockungen ausgesetzt? All diese und viele andere Fragen konnten Schüler der Werner-Heisenberg-Schule am Mittwochvormittag mit Schauspielern des Theaters „Requisit“ klären. 

„Die Schüler in unserer Schule rauchen schon ziemlich viel. Vor allem Shisha ist im Moment sehr in“, erzählen Mia (17) und Nada (16) ehrlich. Zusammen mit ihren rund 120 Mitschülern der Jahrgangsstufe 10 besuchen die beiden jungen Frauen am Mittwochvormittag in der Aula der Schule eine Veranstaltung zum Thema Suchtprävention des Theatervereins „Requisit“ aus Hattersheim. Titel des Events ist „Erst schlapp gelacht, dann nachgedacht.“

„Total geschockt“

„Ich war total geschockt, als ich an die Werner-Heisenberg-Schule kam. Ich konnte nicht glauben, dass es hier erlaubt ist, sein Handy zu benutzen“, gibt Mia zu. „Ich kenne das so von meiner alten Schule nicht. Die Art, wie die Leute hier in den Pausen vor dem Handy hängen, ist meiner Meinung nach extrem. Ich finde, die Pausen sind zum unterhalten da. Das machen viele aber einfach nicht. Sie starren wie Zombies auf ihre Mobiltelefone“, stellt die Schülerin deutlich fest.

„Ich habe extra meine Handy-Flat abgemeldet“, sagt Nada und ein wenig Stolz blitzt in ihren Augen auf. „Ich denke, so viele Jugendliche in meinem Alter sind mittlerweile handysüchtig. Davor will ich mich selbst schützen.“

Sie hätten auch schon von dem einen oder anderen Schüler an ihrer Schule gehört, dass härtere Drogen wie LSD genommen würden. „Von so jemandem halte ich mich grundsätzlich fern. Damit will ich nichts zu tun haben“, sagt Mia und man glaubt es ihr aufs Wort.

Persönliche Gespräche

Auf die Frage, was sie sich von der Präventionsveranstaltung der Theatergruppe „Requisit“ versprächen, die in wenigen Minuten in der Aula der Schule beginnt, sagt Nada: „Ich hoffe, dass einigen meiner Mitschüler die Augen geöffnet werden und dass sie zum Beispiel merken, dass man das Leben genießen sollte, anstatt sich dem Handy zu unterwerfen.“ „Süchte sind schlecht und sollten vermieden werden“, stellt auch Mia klar und fügt hinzu, sie freue sich auf die persönlichen Gespräche mit den Darstellern von „Requisit“.

In der ersten Stunde der Suchtpräventionsveranstaltung präsentiert „Requisit“ ein reines Improvisationstheater, bei dem die Schüler mit den Zwischenrufen von Begriffen, wie Döner, Hund oder Erdnüsse die lustige Inspiration für jede Szene der Laienschauspieler geben. Dabei spiele das Thema Sucht gar keine Rolle, wie Ensembleleiterin und Diplom- und Theaterpädagogin Nora Staeger erzählt. „Wir wollen erst ein wenig Vertrauen zwischen uns und den Schülern schaffen und sie dazu bringen locker zu sein.“

Lehrer nicht zugelassen

Das sei nämlich für die zweite Stunde wichtig, in der die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt werden und mit je einem der sechs Darsteller zum geschlossenen Gespräch in einen Klassenraum gehen. Lehrer und andere Erwachsene sind dabei nicht zugelassen. „Jedes Mitglied unseres Ensembles hat eine Suchtmittelvergangenheit. In den Gesprächen mit den Schülern erzählen sie ihre persönlichen Geschichten.“ Das sei oft ein einschneidendes Erlebnis für die Jugendlichen.

Ab und zu komme es dann auch vor, dass ein Schüler offenbare, auch schon einmal in Versuchung geraten zu sein. Die Jugendlichen dürften in den geschlossenen Gesprächen alle Fragen stellen, die ihnen „unter den Nägeln brennen“, so Staeger. Sie dürften beispielsweise fragen, wie es ist, süchtig zu sein oder was das mit einem Menschen und seinem Umfeld macht.

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