Stäbchen rein

100 Schüler der Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim werden von der DKMS als Stammzellenspender typisiert. Ansturm und Interesse begeistert.

RÜSSELSHEIM - (maj). Dichtes Gedränge herrschte am Donnerstag in der Werner-Heisenberg-Schule (WHS). Die Deutsche Knochmarkspenderdatei (DKMS) machte dort erstmals Station, was etwa 250 bis 300 Schülerinnen und Schüler in die Aula lockte. Knapp 100 von ihnen ließen sich am Ende für eine mögliche Stammzellenspende registrieren, sehr zur Freude von Tania Ginkel.

„Wir haben unsere Ressourcen voll ausgeschöpft. Am Ende konnten wir gar nicht alle registrieren, weil wir gar nicht genug Registrierungssets hatten“, zeigte sich die ehrenamtliche DKMS-Helferin überwältigt von der Resonanz der Schülerschaft. Der Kampf gegen Blutkrebs schien die jungen Menschen zu motivieren, ihren Beitrag zu leisten, um erkrankten Patienten zu helfen. Eine besondere Motivation habe dabei wohl auch in der Erkrankung einer Schülerin der WHS gelegen, erklärte Berufsschullehrer Veit Hüffermann.

Aufmerksam geworden sei er auf die Aktion durch eine Typisierungsaktion am Neuen Gymnasium. „Da habe ich mir gedacht: Warum nicht auch bei uns?“ Bei der Schulleitung sei er mit seinem Vorschlag zum Glück auf offene Ohren gestoßen, dazu wurde auch die Schülervertretung ins Boot geholt, die am Aktionstag tatkräftig mithalf.
Klassen, die an der Infoveranstaltung mit anschließender Typisierungsaktion teilnahmen, wurden vorher ausgewählt, erläuterte Thomas Hoffmann, stellvertretender Schulleiter. „Bei 3000 Schülern wäre das anders nicht möglich gewesen“, betonte er. Auch er zeigte sich zufrieden mit der Aktion, „das Thema hat die Schüler interessiert.“ Sie hätten nach der Infoveranstaltung, in der Ginkel die Schülerinnen und Schüler über Blutkrebs und Stammzellenspende informiert hatte, auch längere Wartezeiten in Kauf genommen.

Wegen der großen Resonanz sei für die Zeit um die Osterferien bereits ein zweiter Termin geplant, damit noch mehr Schülerinnen und Schüler sich registrieren lassen können. Denn jeder Spender sei wichtig, betonte Ginkel. Bei etwa 100 Registrierungen liege die Trefferquote vielleicht bei ein oder zwei Prozent. Statistisch gesehen kommt jeder zweite Teilnehmer zeit seines Lebens ein bis zwei Mal als Spender in Frage. „Es können sich daher gar nicht genug registrieren lassen“, versicherte die ehrenamtliche Helferin. Um letztlich als Stammzellenspender in Frage zu kommen, müssen zumindest zehn Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient übereinstimmen, erklärte Ginkel.

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