Die beruflichen Schulen des Kreises Groß-Gerau in Rüsselsheim haben sich 1984, mit dem Einverständnis der Angehörigen, nach Werner Heisenberg benannt.

Werner Heisenberg hat von 1901 bis 1976 gelebt und als Physiker und Philosoph Bedeutendes geleistet. Er konnte nach Entdeckung des Neutrons Bahn brechende Erkenntnisse im Bereich der Kernphysik einbringen, gilt aber vor allem als Mitbegründer der im Zeitraum von 1900 bis 1927 entwickelten Quantenphysik, welche den Aufbau und die Vorgänge in der Atomhülle beschreibt.
Am bekanntesten und mit seinem Namen verbunden ist die Heisenberg'sche Unschärferelation. Sie besagt, dass man die Geschwindigkeit und den Ort eines Elementarteilchens nicht gleichzeitig exakt bestimmen kann. In der entscheidenden Phase der Entwicklung der Quantenphysik führten die Diskussionen über die Vorgänge in der Atomhülle zu einer Freundschaft mit dem dänischen Nobelpreisträger Niels Bohr (Bohr'sches Atommodell). Für seine neuen Erkenntnisse erhält Werner Heisenberg 1933 den Nobelpreis für Physik für das Jahr 1932.

Als einer der wenigen Wissenschaftler, welche an der Lüftung der Geheimnisse rund um das Atom beteiligt waren, ist Heisenberg, wie auch der Entdecker der Kernspaltung, der Nobelpreisträger Otto Hahn, während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geblieben. Seine Arbeit im Uranverein (Entwicklung nuklearer Waffen) hat Werner Heisenberg kritisch reflektiert und sich seiner Verantwortung als Wissenschaftler gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete er an einer Theorie, die unter dem Schlagwort "Weltformel" bekannt wurde und unter anderem von Stephen Hawkins wieder aufgenommen wird. Außerdem publizierte er bedeutende philosophische Arbeiten.

Mit der Namensgebung verband die Schule den Forscherdrang und kritischen Geist Werner Heisenbergs sowie die Offenheit für Neues.

Heisenberg'sche Unschärferelation als "Light-Produkt"

 
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